Panik im Folkeboot-Mastkopf – Attacke mit dem Stecheisen

Angst und Schrecken soll das Folkeboot „Die Panik“ ja eher auf den Weltmeeren verbreiten – im Frühjahr 2020 gibt es stattdessen etwas Streß im Mastkopf

Eigentlich sollte auch „Die Panik“ von Klaus Wermann schon längst wieder schwimmen. Aber statt sich Ostern 2020 auf den Landweg von Klaus’ heimischem Betrieb in NRW zu ihrem Liegeplatz an der Schlei zu machen, steht sie immer noch unter ihrer Plane. Dort wartet sie auf ihre ersten Duschen aus dem Wasserschlauch, um nicht zu sehr auszutrocknen und um später schneller dicht zu quellen. Aber vorher sind noch ein paar Reparaturen auszuführen: Klaus’ Philosophie ist: lieber eine kleine Ausbesserung nach der anderen, statt einmal alles komplett auseinanderzubauen – um dann womöglich nie wieder zu segeln.

Detlef Hoepfner Neuaufbau des Mastkopfs

Bei der Inspektion des Mastkopfes dann eine unverhoffte Überraschung: Ein Vorbesitzer hatte nicht nur die Mastgöhl, in dem mit dem Vorliek die vordere Kante des Großsegels am elf Meter messenden Mast hochgeführt wird, verschlossen und dort eine Mastschiene aus Metall aufgesetzt (zu Klaus Mißfallen auch noch mit Spax-Schrauben …). Es war auch noch der Mastkopf durch eine Glasfasermanschette ummantelt worden. Wie so oft bei einer derartigen Kombination „Holz plus Ummantelung“ hatte sich – wohl seit Jahren – Feuchtigkeit festgesetzt: Den ganzen Winter in einer knochentrockenen Werkstatt gelagert war es darunter auch Mitte April immer noch nass. Und zwar so sehr, dass nicht nur das als Folge morsch gewordene Holz Wasser gezogen hatte, sondern sich auch nach der Entfernung des schadhaften Materials selbst aus dem gesunden Holz Feuchtigkeit herausdrücken ließ.

Nach Entfernen des beschädigten Materials ging es an die Materialsuche für die Ausbesserung – fündig wurde Klaus ganz fachgerecht bei einem Zaunpfahl sowie einer ebenfalls geplünderten („Die 9 Euro investiere ich!“) Holzpalette.

Sieht bisher doch schon gut aus, oder?

Runter mit dem Lack

Detlef Hoepfner Klaus wird Teile des laufenden Guts durch Kunstfasern ersetzen

Das erste Maiwochenende hat Klaus dazu genutzt, den Mast von seinen alten Lackschichten zu befreien. Der Mastkopf sieht nun schon top aus, etwas verdächtig ist ihm aber ein auflaminierter Scheuerschutz auf Höhe der Decksdurchführung: Womöglich hat sich auch dort unbemerkt Nässe konserviert? In Absprache mit Toplicht ist nun auch klar, dass der Mast gut geölt wird und danach erste Lackschichten mit 50% Verdünnung erhält, die mögliche tief ins Holz eindringen sollen. Außerdem ist geplant, aus dem laufenden Gut die Drahtanteile zu verbannen und durch Kunstfasern zu ersetzen, die bei vergleichbaren Durchmessern sogar höhere Bruchlasten bieten.

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