Beschallungs-Spurt mit Michael Häck durch die Lanxess-Arena

Michael HaeckDetlef Hoepfner

Zügig läuft Michael Häck den Rang hinauf. Als wir in dessen oberer Sitzreihe angelangt sind, bin ich doch ganz beruhigt, dass auch er ein wenig außer Atem ist. Michael ist hier, in der Lanxess-Arena (für mich eigentlich weiter: Köln-Arena), als Verantwortlicher für die Audiotechnik, praktisch zuhause. Offenbar zu jedem einzelnen Sitzplatz kann er eine Geschichte erzählen: Wie es hier früher klang, welche Maßnahmen in den letzten Jahren drumherum ergriffen wurden, welche Verbesserungen sich dadurch haben erreichen lassen. Dabei bleibt er nicht abstrakt-technisch: Offenbar ist für ihn die ganze Arena angefüllt mit Soundpartikeln, deren Wege er ständig vor Augen hat, wie sich in allen denkbaren Strahlen durch die Halle fliegen – und die er so zu lenken gedenkt, dass sie dem Besucher ein perfektes Erlebnis bescheren. Denn dafür hat dieser ein mehr oder weniger teures Ticket erworben.

Wenn Ihr Michael – und Euch – also einen besonderen Gefallen tun möchtet: Spurtet ebenfalls mit ihm die Ränge hoch, checkt mit ihm zusammen Euren Sound, lasst Euch auf eine optimierte Synergie von Tour- und Hallentechnik ein. Michaels Ziel: »Es sind natürlich die ganzen Normen zu erfüllen, aber danach steht an erster Stelle: Es muss klingen.«

Welche Vorarbeiten dazu Michael, TW-Audio, Biamp und Hallenmanagement geleistet haben (und welches Telefon klingelt, wenn sich die Zuschauer beschweren …), lest ihr in meinem Gespräch mit Michael Häck hier bei Production Partner.

Update vom 16. Mai 2018: Video mit Michael Häck

… und wir haben noch ein Video gedreht, das Ihr hier findet!


 

Ebner-Bootcamp

Detlef Hoepfner

Auf ins Ebner-Boot-Camp 2018 – und dafür soll ich vorher ein Video drehen. Dabei habe ich doch vor dem Jahreswechsel gelesen

  • Videos sind out
  • Influenzier sind out
  • Facebook ist out …

… und außerdem haben die angesagten YouTube-Werbeclips derzeit 6 Sekunden.

Das ist wenig Zeit für eine Story. Und daher viel Arbeit.

Daher schnell diese Website gebaut – und wenn ich Lust habe, blogge ich vom Camp.

 

Behringers Evergreen: X32

Behringer X32Detlef Hoepfner

Digitale Mischpulte – erst mißtrauisch beäugt, anfangs von einigen Kinderkrankheiten geplagt, dadurch von der analogen Audiowelt fahrlässig unterschätzt, heute absoluter Standard. Nicht nur in hochpreisigen Studios und A-Produktionen, sondern bis zu kleinsten Budget-Tournee. Nach Jahren der Orientierung und Konsolidierung ist der Markt gegenwärtig aufgeteilt: Player wie Yamaha, Harman, Stage Tec, Avid einerseits, Audiotonix mit den Marken Digico, Allen&Heath, SSL.

Und dann Behringer/Midas andererseits: Vermutlich mit den weltweit höchsten Stückzahlen, einer sehr hohen Marktdurchdringung, und einer über das Behringer X32 eingeführten Plattform, die in unzähligen Varianten ausgespielt wurde.

Das X32 habe ich ab der ersten Studie beobachten können, die Story dazu (und einen Test des Behringer X32) gibt es hier bei Production Partner.

Voll auf die 12! Glocken-Emotionen zum Jahresende

Titelfoto: Johan Persson, Disney

Das könnt ihr nicht bringen – den Herzschlag der Demokratie stoppen! Die Briten waren fassungslos, als das britische Parlament im Sommer verkündete, nicht nur umfangreiche Sanierungsarbeiten am Londoner Elizabeth Tower durchzuführen, den Brandschutz zu verbessern und das Uhrwerk zu sanieren – auch die Glocken sollten für die gesamte Bauzeit schweigen.

Ruhe halten wollte man schon allein aus Sicherheitsüberlegungen mit Rücksicht auf die im Turm beschäftigten Mitarbeiter – nicht umsonst trägt die 14 Tonnen messende, größte Glocke ihren prägenden Namen „Big Ben“. Deren brachiale Gewalt sorgte bereits während der Inbetriebnahme des Turms vor knapp 160 Jahren für allerhand Malheur. Ein Lautsprecherhersteller bot an, ersatzweise am Tower ein paar Line-Arrays zu fliegen. Nun gab es auch noch witzige Assoziationen rund um diese Idee in den gängigen Facebook-Gruppen. Schnell schob das Parlament ein Update nach: Man wolle alles daran setzen, den Klang der Glocken vielleicht doch früher als geplant wieder über die Stadt erklingen zu lassen.

Ebenfalls mit Sounds in London und aller Welt beschäftigt ist Gareth Owen: Für eine Unzahl an Musicals entwickelte er Sound-Designs, entwarf Beschallungskonzepte, arbeitete an Mikrofonierungen und Monitoring-Lösungen für Band und Tänzer. Ab Seite 12 berichtet Gareth in der neuen Ausgabe von PRODUCTION PARTNER exklusiv, wie er in Berlin dem „Glöckner von Notre Dame“ zu einem druckvollen Sound verhalf. Selbst für ihn überraschend: Die größte Herausforderung war wieder – der Sound der Glocken.

Hier könnt ihr die Doppel-Ausgabe 12/2017_01/2018 von PRODUCTION PARTNER bequem bestellen – versandkostenfrei per Post oder als direkter Download.

Mit den besten Wünschen für ein gutes 2018 vom gesamten PRODUCTION PARTNER Team,

Detlef Hoepfner
Stellv. Chefredakteur

Subwoofer fühlen: to bass or not to bass?

Nexo-SubwooferDetlef Hoepfner

Nur zwei Beine waren von meinem Ton-Kollegen noch zu sehen, als er sich bäuchlings in die Basshörner seiner gestapelten Wall of Sound hineinrobbte: „Hier kommt irgendwie nix raus?!“ Amp-VUs zuckten, die Kabel waren gecheckt, die Litzen klemmten auf dem Chassis. Des Rätsels Lösung prägte mein junges Verständnis von Phasenlagen: rot und schwarz zu vertauschen bedeutet in einem Subwoofer-Stack „viel Input, dennoch kein nennenswerter Output“. Jahrzehnte später ein ähnliches Aha-Erlebnis, angesagt war eine Produktvorstellung. Hinter den Subs stehend fiel mein Blick auf ein kleines, vom Anschlusskabel herunterbaumelndes Klettband: wie vor einem pulsierenden Gebläse flatterte es im Rhythmus der Demo Tracks auf und ab. Hier wurde mächtig Luft bewegt! Nur zu hören war auch jetzt wieder – eigentlich nix. Diesmal aber mit Absicht, und zwar nur hinter, nicht vor den Subs. Mir war klar: das ist es, jetzt bekommen wir die Bässe in den Griff! Allen Unkenrufen (bezüglich des Mehraufwands) zum Trotz, traten diese Ideen der gezielten Beschallung mit tiefen Frequenzen endlich ihren Siegeszug an.

Um diese Technik soll es in dieser Ausgabe aber nicht alleine gehen, vielmehr hat uns interessiert: Welche neuen Freiheiten bieten sich in der Soundgestaltung, seitdem wir nicht mehr einem mehr oder weniger unbeherrschbaren Herumgedröhne ausgeliefert sind? Wo braucht man Bass, wo nicht? Und welchen Ideen für die Bass-Ästhetik haben Musiker und Studiokollegen, sozusagen als Gegenfrage zum gelegentlich zu hörenden „ihr Beschaller vermurkst immer nur unsere tollen Sounds“?

Damit es dann nicht zu viel wird mit Meinung und Gefühl, fragten wir sicherheitshalber noch zwei Entwicklungsingenieure: Wie baut ihr Subwoofer, an welchen Parametern erkennen wir, ob sie gelungen sind? Und was resümiert Henry Dahmen, einer der zwei nüchternen R&Ds, abschließend?

„Das Auge und Gefühle beeinflussen das Hören viel mehr, als die meisten sich vorstellen können.“

Uffz. Na dann wünsche ich, dass sich unsere Ausgabe 10/2017 von PRODUCTION PARTNER richtig kraftvoll anfühlt – los geht’s: Entweder heute schon in Eurem Posteingang oder hier flott bestellt: PRODUCTION PARTNER Shop

Detlef Hoepfner

Themen in PRODUCTION PARTNER 10/2017

  • Sub-Special: Wahrnehmung – Bässe wirken mit Beiwerk noch besser
  • Sub-Special: R&D – Subwoofer designen
  • Sub-Special: Industrie und Präsentation – To bass or not to bass?
  • Sub-Special: Der Bass, das Rudeltier
  • Sub-Special: Musik(re)production – ist das jetzt Bass, oder kann das weg?!“
  • Sub-Special: Bassisten-Sounds – die Bass-Profis
  • Sub-Special: Modulare Bass-Performance – Synthesize Me!
  • Premiere des Robe MegaPointe
  • Praktische Veranstaltungskunde: Farbwiedergabequalität
  • Test: Elation Artiste DaVinci
  • Test: Spotlight FresnelLED 450
  • Test: Lupolux Dayled 1000
  • Test: Odin T-8A Active Series

(zuerst erschienen unter https://www.production-partner.de/allgemein/subwoofer-fuehlen-production-partner-102017)

Video: Lautsprecher-Unboxing mit Kling & Freitag

UnboxingDetlef Hoepfner

Auch ein Lautsprecher-Prototyp wiegt ganz schön! Das konnte ich zusammen mit Lars Heinrich, bei 2017 Leiter Vertrieb & Marketing bei Kling&Freitag erfahren, als wir den neuen K&F Spectra 212 mit VariQ Technologie morgens früh zu unserem Videostudio auf der Prolight & Sound 2017 brachten. Woher das Gewicht rührt, zeigen wir im Video – und nehmen den Lautsprecher dazu ganz spontan auseinander …