Strömungs-Künstler: Paragliding in Wuppertal

Grüne Hügel, dichte Wälder, durchzogen von Bächen – die nur wenige Minuten von unserem Zuhause gelegene Landschaft zwischen Wuppertal und Hattingen ist ab 2020 unser „Pandemie-Rückzugsgebiet“. Segelfrei.

Dem Elfringhauser Warnhinweis „Flugfeld“ hatten wir bisher wenig Beachtung geschenkt, in Richtung Reitanlage Oberste-Lehn fesselt einen eher der weite Blick auf eine Miniaturlandschaft, in der winzige Pferde, Spielzeug-kleine Traktoren und schottische Hochlandrinder tief unten ihre Runden drehen. Vor deren Hörnern warnt ein weiteres Schild – gehalten werden sie hier nicht zur Verteidigung, sondern um das am Hang gelegene Flugfeld im Winter zu beweiden und von Gestrüpp frei zu halten. „Ein Treibgang“, über den die Tiere zu einer Wasserstelle gelangen, „muss überflogen werden“, klärt eine Paraglider-Website zu diesem Startplatz Mellbeck auf.

Nach vielen Wanderungen trafen wir eines Freitags tatsächlich ein paar Gleitschirmflieger an. Wenn auch nur als, Segler ist man schnell im Gespräch: an den Zäunen signalisieren kurze Bänder die herrschende Strömung, mir wird erklärt, welches Flatterband welche Bedeutung hat. Wie auch auf der Segeljolle scheint der gelungene Start die größte Herausforderung. Lange stehen die Piloten im Wind, spüren ihn im Gesicht und an den Ohren, beobachten Wolken und denken sich in die Situation hinein. „Man hat ja keine Eile.“ Klingt auch nach Segeln, während mir der Wind durch die Corona-Friseur weht.

In Gedanken stehe ich mit Armin noch einmal an der Nordspitze der kleinen Insel Lyø, bei zu viel Wind und ausgefallenem Motor, den Blick weit übers Wasser: „Wie kommen wir hier wieder weg?“

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